Von Andreas Riechert
MOBILE WALDSCHULE Projekt in Saulheimer Grundschule
Eigentlich ist alles wie immer auf dem Schulhof der Grundschule, allerdings nur fast. Während die anderen Klassen nach dem Ende der großen Pause zurück in ihre Säle strömen, geht die Zeit im Freien für die Schülerinnen und Schüler der 3a in die spannende Verlängerung: Denn die mobile "Erlebnisschule Wald & Wild" macht Station an der Mühlbachaue.
Das Kooperationsprojekt des Ministeriums für Umwelt und Forsten und des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz, welches unter dem treffenden Motto "Lernort Natur" steht, sorgt allenthalben für strahlende Augen und faszinierte Kinderblicke: "Für unsere drei dritten Klassen ist dieser heutige Vormittag eine ideale Vorbereitung auf die anstehenden Waldjugendspiele", erzählt Josef Hulten. Der Schulleiter ist überaus dankbar für die wertvollen Stunden: "Dass Frau Mechelke und Herr Walldorf uns diese besonderen Einblicke in die Natur ermöglichen, ist wirklich eine tolle Geschichte. So direkt und realitätsnah, wie Frau Mechelke die Inhalte vermittelt, ist das für die Kinder ein ganz wertvolles Erlebnis."
Während Hans Willi Walldorf in seiner Funktion als ortsansässiger Jäger und Hegering-Leiter Neuborn die Drittklässler unter anderem in die hohe Kunst der Kommunikation via Jagdhorn einführt, sucht Bianca Mechelke immer wieder bewusst den Austausch und Dialog mit den Kids, stellt Fragen und gibt erhellende Antworten. Auf einfühlsame Art und Weise gelingt es der Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit der Kreisgruppe Alzey-Worms im Landesjagdverband, den staunenden Grundschülern alles Wissenswerte rund um den Luchs nahe zu bringen: "Die Schule hatte ein Tier zur Auswahl. Der Luchs war bereits ausgerottet und wird jetzt wieder eingegliedert. Außerdem sind heimische Tierarten quasi sein Grundnahrungsmittel", erläutert Mechelke die Hintergründe der Thematik. Zwar kann das "Waldmobil" keinen Luchs als Exponat in seiner Sammlung vorweisen, doch tragen auch zahlreiche andere ausgestopfte Tiere wie Enten, Füchse, Feldhasen, Frischlinge und viele weitere zum Interesse der Drittklässler bei.
Auf die Frage, weshalb die Jäger stets grün gekleidet seien, hat Elias unterdessen eine einleuchtende Antwort parat: "Weil die Menschen im Wald dann wie Bäume und Blätter aussehen und sich so tarnen können, dass die Tiere sie nicht erkennen", überzeugt der Neunjährige mit seiner fachmännischen Argumentation. Von den vier im Schulhof aufgebauten Erlebnisstationen, die sich eingehend mit Lebensraum und Nahrung verschiedenster Tiere aus Wald und Flur befassen, ist der Drittklässler genauso angetan wie auch seine Klassenkameraden und Mitorganisator Hans Willi Walldorf: "Wir wollen den Kindern hier die Vielfalt des Tierreichs zeigen und alles aufgelockert rüberbringen."