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Allgemeine Zeitung – Ausgabe Alzey

Zu hohes Tempo am Zebrastreifen

Seit 2007 gibt es den Lotsendienst an der Saulheimer Grundschule, jetzt wurden neue Lotsen geschult, um das Team zu verstärken.

 

 

 

 

 

Foto: privat

17.09.2009 - SAULHEIM

SCHULUNG Neue Schülerlotsen für Saulheimer Grundschule / Auch Parkbuchten entpuppen sich als Gefahrenherd

(red). Ein sicherer Schulweg ist das Ziel der Initiative Schülerlotsen an der Grundschule in Saulheim. Wie wichtig ihr Einsatz auch nach zwei Jahren ist, das zeigte sich bei der Schulung neuer Lotsen am Fußgänger-Überweg in der Ober-Saulheimer Straße.

Viel zu schnell, zum Teil ungebremst, fahren viele Autofahrer auf den Zebrastreifen zu. "Einer hat sogar noch Gas gegeben, obwohl wir am Überweg standen", schildert Isabel Neubauer eine besonders gefährliche Situation.

Die Vorsitzende des Schulelternbeirats organisiert seit 2007 den Lotsendienst und ist froh, mit 16 Eltern zumindest den Zebrastreifen in der Ober-Saulheimer Straße morgens zwischen 7.35 und 8 Uhr sichern zu können.

Hier sieht sie eine besondere Gefährdung der Kinder durch die Parkbuchten oberhalb des Zebrastreifens: Sobald dort Autos parken, versperren sie Autofahrern die Sicht auf den Fußgängerweg und somit auf Personen, die am Zebrastreifen die Straße überqueren wollen. Kinder sind zusätzlich gefährdet, weil sie aufgrund ihrer Größe auch ein herannahendes Auto erst sehen können, wenn sie ein Drittel der Fahrbahn überquert haben.

Die theoretische und praktische Schulung der acht neuen Lotsen leiteten die beiden Verkehrssicherheitsberaterinnen der Polizei, Heike Baumann und Yvonne Langer. Sie notierten die Verstöße am Zebrastreifen, um sie zu ahnden und kündigten Kontrollen an. Außerdem weisen sie darauf hin, dass auch die Lotsen berechtigt sind, Autofahrer zu melden, die sich verkehrsgefährdend verhalten.

Um die Bedeutung des Lotsendienstes zu unterstreichen, überreichten die beiden Verkehrspolizistinnen den 19 Schülerlotsen des vergangenen Schuljahres eine Urkunde. Ortsbürgermeister Martin Fölix sowie Isabel Neubauer als Vertreterin der Grundschule schlossen sich dem Dank für das ehrenamtliche Engagement an. "Wir freuen uns über jede Unterstützung ", betonte die Schulelternsprecherin, "und appellieren an alle Autofahrer, besonders zu den Schulwegzeiten morgens bis 8 Uhr sowie gegen 12 und 13 Uhr mehr Rücksicht auf die Kinder zu nehmen."

 

 


 

 

Alzey-Worms      05.03.2008

 

Rote Westen und Kelle für mehr Sicherheit

 

Schülerlotsendienst in Saulheim gestartet

Elternbeirat mahnt: "Viele Fast-Unfälle auf dem Schulweg"

SAULHEIM Man erkennt sie von weitem an ihren leuchtend hellroten Westen. Seit letzter Woche schlüpfen Mütter in die Rolle von Schülerlotsen, die die Jungen und Mädchen der Grundschule morgens und nach Schulende sicher über die Straße geleiten.

Von  Thomas Ehlke

"Sogar eine Großmutter hat sich bereit erklärt, sich für die Sicherheit der Kinder zu engagieren", freut sich Schulleiter Josef Hulten und verweist auf einen äußerst aktiven Schulelternbeirat (SEB). "Es ist ein positives Beispiel für die Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft. Die Eltern haben nicht gewartet, bis irgendeinen Stelle das Problem anpackt, sondern selbst gehandelt", betont Hulten. Grundlage dieses Handelns waren "Hilferufe" besorgter Eltern. Fachkundige Unterstützung bei der Einführung des Schülerlotsendienstes erhielten SEB und Schulleitung von Polizist Klaus Römer, der die insgesamt 17 Verkehrshelferinnen, wie Schülerlotsen im Fachjargon genannt werden, Ende Januar geschult hat.

"Es gab zwar noch keinen Unfall, aber viele Fast-Unfälle auf dem Schulweg", weiß Isabel Neubauer, Vorsitzende des Schulelternbeirates. "Die Lotsen mit ihren Westen fallen auf und sorgen dafür, dass die Autos langsamer fahren", nennt Isabel Neubauer einen wichtigen Effekt, der bereits nach einer Woche Schülerlotsendienst zu registrieren ist. Aber auch die Kinder würden sensibilisiert und liefen bis zum Zebrastreifen, um die Straße zu queren.

Gestern haben Ingrid Zorn und Sonja Frank die Mittagsschicht zwischen 12 und 12.25 Uhr am Zebrastreifen in der Ober-Saulheimer Straße unweit des Brillengeschäftes übernommen. "Viele Autofahrer sind recht unvernünftig", verweist Ingrid Zorn etwa auf jene, die vor dem Überweg zum Überholen ausscheren, wodurch es zu manch brenzliger Situation kommt. Auch für Sonja Frank war es keine Frage, sich als Mutter einer Grundschülerin bei der praktischen Schulwegsicherung zu engagieren. "Wir wohnen in der Mainzer Straße. Da ist der Verkehr noch extremer. Die Autos fahren nicht selten auf dem Bürgersteig entlang", berichtet die Saulheimerin.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite nähert sich Gudrun Deinzer mit ihrer Tochter Theresa (6) dem Zebrastreifen. Ingrid Zorn und Sonja Frank treten in Aktion. Mit ausgebreiteten Armen und der rotweißen Kelle in der Hand stoppen sie den Verkehr und ermöglichen Mutter und Tochter das gefahrlose Überqueren der Fahrbahn. "Das ist eine gute Idee, weil ich selbst schon festgestellt habe, dass es auf dem Schulweg zu vielen gefährlichen Situationen kommt, an denen weniger die Kinder, sondern vor allem die Autofahrer schuld sind", lobt Gudrun Deinzer den Lotseneinsatz.

Noch steckt das Gemeinschaftsprojekt von SEB und Schulleitung im Wortsinn in den Kinderschuhen. So soll künftig der mittägliche Lotsendienst auf die Zeit nach der sechsten Stunde verlegt werden, weil da der Bedarf größer ist. Auch werden die Einsatzorte weiter wechseln. Die rührigen Elternvertreter denken indes bereits weiter. "Kurzfristig wollen wir einen Schulwegeplan erstellen und langfristig denken wir an die Auflage eines Kinderstadtplans", blickt Isabel Neubauer über den zeitlichen Tellerrand. Es seien weitere kleine Beiträge, die zur Sicherheit der Schüler beitragen sollen. So wurde vor einigen Jahren auf Betreiben des SEB unweit der Schule ein Elternparkplatz eingerichtet, um den Autoverkehr aus dem direkten Umfeld der Schule zu verbannen.