Konzertflügel auf Abenteuerreisen                  10.04.2008

Festkonzert zum 50-jährigen Bestehen der Saulheimer Grundschule mit Musik und Schauspiel

 Von Thomas Thörle

SAULHEIM Ein Hort frühmusikalischer Pädagogik ist die Grundschule von Saulheim. Das bewies das Konzert in der Sängerhalle zum 50-jährigen Bestehen der Schule am Kapellenberg.

Getreu dem Motto "Wir lernen mit Kopf, Herz und auch mit Humor" wurden hier die Schulkinder und deren Geschwister bereits von der Musik in Bann genommen. Also stundenlanges Stillsitzen war dabei nicht angesagt -  dafür wurden die Schützlinge ständig in die Aktionen einbezogen. Unterhaltsam, einfallsreich und pädagogisch wertvoll präsentierte sich das Konzert. Viele Zuschauer begrüßte Schulrektor Josef Hulten. Er dankte dem Förderverein der Grundschule und seiner Vorsitzenden, Anke Gersie, die nicht nur die Ideen zum Fest hatte, sondern auch bei der Realisierung und Organisation federführend zeichnete. Der Erlös des Konzertes geht auch an den seit acht Jahren bestehenden Förderverein. An den Wänden gaben Collagen und Infos Auskunft über die Aktivitäten des Vereins.

Alles drehte sich um das Tasteninstrument und seine Entwicklungsgeschichte. Anna Maria Haas, Pianistin und Moderatorin des Konzertes, eröffnete mit einer Violin-Sonate aus dem 17.Jahrhundert. Cembalo als Vorläuferin des Klaviers spielte dabei Anna Maria Haas, während Uta Sandner Kontrabass spielte. Ute Sandner ließ interessierte Schulkinder mit dem Bogen über die langen Saiten des großen Instrumentes streichen - ein "Konzert zum Anfassen". Plötzlich tauchte Anna Maria Haas in barocker Ausstaffierung und Perücke auf: "Ich suche meinen Bruder, den Wolfgang. Wo sind wir hier -  in Salzburg?", fragte sie schauspielerisch in den Saal hinein. Oder: "Warum tragen die Herren dort unten keine Perücke?"

Und schon erschien Pianist Jens Klaassen in der Rolle des Bruders "Wolfgang Amadeus Mozart" -  und gibt eine Sonate für vier Hände zum Besten. An der Seite von Pianistin Anna Maria Haas begeisterte die Violonistin, Dana Brauer-Daub. Sie brillierte bei einer "Meditatie" nach Jules Massenet, lieferte den Übergang zur Moderne in der Musikgeschichte virtuos. Ein Paukenschlag bildete das Signal zum zweiten Teil der "Klavieraugenblicke". Zuvor lenkte ein Kameramann seine Kamera in das Innenleben des Saulheimer Konzertflügels. Auf eine Leinwand projiziert, wurden alle Zeugen, wie sich die Hämmer tanzend bewegten und gefällige Klänge erzeugten. Sogar Comics wurden an die Wand gebannt. Sie unterstützten die lustigen Klaviergeschichten, wie sie Erzähler Philipp Römer als "Vorleser" im Ohrensessel widergab - etwa die Erlebnisse des "Pianologen Dr. Resonanzius Hinterbacken". Da tauchten ein "Dudelsack-Klavier" oder ein griechisches "Sirtaki-Souflaki-Piano" auf, sogar ein bedrohtes "Kriminal-Klavier". Alle Klaviermoritaten wurden von Anna Maria Haas und Jens Klaassen zu lustigen, aber gekonnten Werken am Flügel für vier Hände. Zum Schluss tauchte gar ein gefährliches spanisches "Stier-Klavier" auf, bei dem die Tastatur niemals mit einer roten Decke versehen sein sollte. Das Publikum war hell begeistert von der Qualität des kindgerechten Jubiläumskonzertes, so dass eine Zugabe der zwei Pianisten noch unbedingt folgen musste. Rektor Josef Hulten zeigte sich begeistert: "Dank an alle, die dieses Konzert auf die Beine gestellt haben. Es war einfach klasse!"